Vorreiterkonzept

Mit dem Beschluss, ein integriertes Vorreiterkonzept erstellen zu lassen, um den Zielen des Pariser Klimaabkommens gerecht zu werden, hat sich die Stadt Ahrensburg ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Sie knüpft damit an ihre Arbeit im Klimaschutz seit der Erstellung des ersten Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts im Jahr 2015 an.

Das Vorreiterkonzept soll Leitfaden und umsetzungsorientierte Strategie zugleich sein, um die Treibhausgasneutralität bis 2040 in der Gesamtstadt und bereits bis 2035 in der Verwaltung zu erreichen. Wesentlicher Schwerpunkt ist, die Machbarkeit von Maßnahmen zu erhöhen.

Die Erstellung des Vorreiterkonzeptes wird zu 50 % durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

Eckdaten des Projektes

Titel: Erstellung eines integrierten Vorreiterkonzeptes - Stadt Ahrensburg

Laufzeit des Vorhabens: Oktober 2024 bis voraussichtlich Juni 2026

Beauftragter Dienstleister: OCF Consulting GmbH

Förderkennzeichen: 67K22895

Wesentliche Bestandteile des Konzeptes sind:

  • Ist-Analyse sowie Energie- und Treibhausgasbilanz
  • Potenzialanalyse und Szenarien (Referenz- und Klimaschutz-Vorreiterszenario)
  • THG-Minderungsziele bis 2040 sowie Handlungsstrategien und -felder
  • Akteursbeteiligung
  • Maßnahmenkatalog
  • Potenzialanalyse, mit Fokus auf "Klimaneutrale Kommunalverwaltung bis 2035"
  • Verstetigungsstrategie
  • Controlling-Konzept, v. a. nach dem Bottom-Up-Prinzip
  • Kommunikationsstrategie.

Klimadialog mit Initiativen

Am 19.06.2025 fand ein 2-stündiger Workshop mit Ahrensburger Vereinen, Wohlfahrtsverbänden und Bildungsträgern statt. 25 Personen haben teilgenommen. Folgende Träger, Vereine und Parteien waren vertreten:
Kinder- und Jugendbeirat, Peter-Rantzau-Haus (AWO), vhs Ahrensburg, Berufsschule Ahrensburg, ADFC Stormarn, AhrensburgZero, ATSV (Tennissparte), BUND, IG Tunneltal, Initiative gegen Fahrraddiebstahl, Projekt Solar-Brunstorf, Wohnprojekt Wilde Rosen, Initiative Fahrradstraße Wulfsdorfer Weg, CDU, WAB.

In Kleingruppen wurde zu den Themen Bildung für nachhaltige Entwicklung, natürlicher Klimaschutz, Mobilität und Strom/Wärme diskutiert, die Ergebnisse sind im PDF-Format auf der rechten Seite verlinkt.

Die Teilnehmenden lobten die Veranstaltung und nutzten gerne die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen.

Klimadialog mit Unternehmen

Rund zwanzig Unternehmen aus Ahrensburg diskutierten mit der Klimaschutzmanagerin konkrete Eigenanforderungen, Möglichkeiten der Beteiligung und Unterstützungsbedarfe. Moderiert wurde der Austausch von Lena Knoop von der OCF Consulting GmbH, die das Konzept im Auftrag der Stadt begleitet.
„Der Schulterschluss mit der Wirtschaft ist entscheidend, wenn wir Ahrensburg nachhaltig gestalten wollen“, betonte Kubitza. „Die Ideen und der Tatendrang der Unternehmen geben uns Rückenwind.“
Im Mittelpunkt des integrierten Vorreiterkonzeptes der Stadt stehen fünf Handlungsfelder:

  • Verwaltung als Vorbild (nachhaltige Beschaffung, energetische Sanierung städtischer Liegenschaften),
  • Nachhaltige Stadtentwicklung (Bauleitplanung, Gewerbeflächen, natürlicher Klima-schutz),
  • Erneuerbare Energien und Energieeffizienz,
  • Nachhaltige Mobilität (ÖPNV, Rad- und Fußverkehr, Sharing-Angebote),
  • Bildung und Bewusstseinsbildung.

Die Unternehmen brachten zahlreiche konkrete Vorschläge vor allem zur Entwicklung nachhaltiger Gewerbegebiete ein, darunter:

  • Vereinfachte Genehmigungsverfahren für klimafreundliche Projekte,
  • Verbesserte ÖPNV- und Radwegeanbindung der Gewerbegebiete,
  • Ausbau von E-Ladeinfrastruktur für Autos, Fahrräder und Lkw, auch auf den firmen-eigenen Parkplätzen
  • Gemeinsame Projekte zur Photovoltaik-Nutzung und Wärmeversorgung
  • Mehr Dialog und Information der Unternehmen zur Notwendigkeit von Maßnahmen zu Effizienzsteigerung bzw. Erneuerbaren Energien
  • Sensibilisierung und Motivation der eigenen Belegschaft.

Ahrensburger Unternehmen bündeln Kräfte
Besondere Dynamik zeigte auch der Ahrensburger Nachhaltigkeitskreis, initiiert von der Firma Kroschke GmbH, ein Netzwerk von bisher zwanzig lokalen Unternehmen, das Wissenstransfer, Best Practices und gemeinsame Projekte vorantreiben will. Das nächste Treffen des Ahrensburger Nachhaltigkeitskreises ist für den 10. September 2025 geplant und widmet sich dem Thema Energieversorgung in Industriegebieten. Im Klimadialog konnten noch weitere Vertreter für ein Engagement im Netzwerk gewonnen werden. „Klimaschutz beginnt nicht irgendwo da draußen, sondern direkt vor der eigenen Firmentür. Wer heute erfolgreich wirtschaften will, sollte nicht nur Kunden und Lieferanten im Blick haben, sondern auch das Potenzial regionaler Partnerschaften nutzen – gemeinsam Ressourcen sparen, Synergien heben, voneinander lernen.

Genau hier setzt der Arbeitskreis Nachhaltigkeit der Unternehmen in Ahrensburg an: Er bringt Menschen ins Gespräch, Ideen in Bewegung und Klimaziele in Reichweite.“, beschreibt Rolf Weinkauff, Geschäftsführer der Frühlicht Beratungs GmbH für Nachhaltigkeit und Umsetzung, und selbst aktiver Netzwerkpartner des Ahrensburger Nachhaltigkeitskreises, das Selbstbild des Netzwerks.
„Ob Photovoltaik auf Dachflächen oder der Austausch über Best-Practice-Beispiele – in Ahrensburger Unternehmen zeigen sich sowohl ein hohes Maß an Know-how als auch er-hebliche Klimaschutzpotenziale. Diese können insbesondere durch eine stärkere Vernetzung der Unternehmen untereinander sowie in Kooperation mit der Stadt verstärkt aktiviert und genutzt werden.“, so Knoop mit Blick auf die Klimaziele Ahrensburgs.

Mehr zur Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI)

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen.. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

Zur Webseite der NKI