Große Resonanz beim Tag des offenen Heizungskellers

Große Resonanz und viele Aha-Momente beim „Tag des offenen Heizungskellers“ in Ahrensburg und Ammersbek
Wie laut ist eigentlich eine Wärmepumpe? Kann sie wirklich einen Altbau effizient heizen? Wieviel Strom liefert die Photovoltaik-Anlage im Winter?

Diese und viele weitere Fragen beantworteten am 15. November zehn Hauseigentümerinnen und -eigentümer aus verschiedenen Wohngebieten der Stadt beim Tag des offenen Heizungskellers. Eingeladen hatte die junge Klimaschutzinitiative AhrensburgZero zusammen mit Ahrensburgs Klimaschutzmanagerin Stefanie Kubitza. Die Aktion stieß auf großes Interesse – über 70 Interessierte besuchten Heizungskeller oder Vorgärten, um Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien hautnah zu erleben.

Großer Andrang bei Altbauten mit Wärmepumpen
So auch bei Jörn Brüggemann: Er hat seinen teilsanierten Altbau aus den 1960er Jahren vor neun Jahren mit PV-Anlage und Batteriespeicher ausgestattet. Letztes Jahr kam eine Luft-Wärmepumpe dazu, die im Zusammenspiel mit alten Heizkörpern sehr gut funktioniert.
"Wir haben in vier Runden jeweils bis zu sieben Personen durch den Heizungsraum ge-führt. Besonders hilfreich fanden viele die Übersicht, wann wir welche Sanierungsschritte gemacht haben und wie die PV-Anlage und die Batteriespeicher den Stromverbrauch der Wärmepumpe beeinflussen. Die Fragen gingen aber auch bis zur Dämmung unseres Daches und den Einbau neuer Fenster. Dabei diskutierten wir auch darüber, ob eine Wärmepumpe auch ohne energetische Sanierung sinnvoll sein kann.“

Klimaschutzmanagerin Kubitza gibt dabei zu bedenken: „Jedes Haus ist individuell, hier kann man keine allgemeingültige Aussage treffen. Wenn Fragen über den Erfahrungsaustausch hinausgehen, empfehlen wir immer die unabhängigen Energieberatungen der Verbraucherzentrale. Diese kann nicht nur Hinweise liefern, was ein Altbau vielleicht noch braucht, um gut mit Wärmepumpe geheizt werden zu können. Seit kurzem bietet die Verbraucherzentrale auch die qualitative Prüfung von maximal drei Wärmepumpen-Angeboten an.“ So erzählten einige Besucher, dass Ihnen die Seminare der vhs Ahrensburg zu moderner Heiztechnik oder die Webinare der Verbraucherzentrale bei der Entscheidung und offenen Fragen geholfen haben.

Erfahrung aus erster Hand
Am Ende des Tages lobt Brüggemann die Heizungskeller-Aktion: "Die Besucher haben sich bedankt, dass sie Einblicke aus privater Anwendersicht bekommen konnten. Viele haben betont, dass es ungemein wertvoll ist, sich mit Nutzerinnen und Nutzern der Technik auszu-tauschen, und dabei offen sowohl über Vorteile als auch über Nachteile zu sprechen. Tat-sächlich waren viele Gäste überrascht, wie leise moderne Geräte inzwischen arbeiten."

Familie Rathje aus der Siedlung Daheim ist glückliche Besitzerin einer Sole-Wasser-Wärmepumpe, PV-Anlage und Smart Meter. Sie hat einen wichtigen Rat für Menschen, die noch vor der Entscheidung zur Heizungserneuerung stehen: man solle bereits vor Vertragsabschluss mit den Anbietern klären, welche Eigenleistungen beim Auftraggeber liegen, z. B. bezüglich der vorausgesetzten Technik. Zudem sei es sinnvoll, im Vorwege zu checken, wie gut die Dienstleister für Fragen zu erreichen sind.

Auch Bauamtsleiter Tobias Römer nahm an der Aktion teil:
„Wir freuen uns, dass wir als Stadt mit der Initiative AhrensburgZero diesen bürgernahen und praxisorientierten Erfahrungsaustausch anbieten konnten. Die Aktion war für uns ein Erfolg, den wir im kommenden Jahr gerne wiederholen möchten. Auch privat stehe ich als neuer Besitzer eines Eigenheims aus den 1930er Jahren aktuell vor vielen Fragen zum Senken des fossilen Energieverbrauchs. Daher nutze ich heute gerne die Gelegenheit, mich mit verschiedenen Gastgebenden über Ihre Erfahrungen auszutauschen.“

Teil einer bundesweiten Aktion - Unterstützung auch durch die Stadt Ahrensburg
Der Ahrensburger Aktionstag fand im Rahmen des Bundesweiten „Tag des offenen Heizungskellers“ von greenpeace, co2online, VierWende, Stadt.Land.Klima, dem For Future Bündnis und LocalZero statt. In Ahrensburg wurde sie zusätzlich durch die Stadtverwaltung unterstützt. Insgesamt beteiligten sich 93 Kommunen mit rund 200 engagierten Gastgebern und Gastgeberinnen.

Positive Bilanz und Fortsetzung der Aktion
Die Veranstalterinnen zeigten sich sehr zufrieden mit dem Besucherinteresse. Viele Gespräche erstreckten sich über eine Stunde – mit Skizzen, Blick in Betriebsdaten und konkreten Tipps aus der Praxis. Für die Klimaschutzinitiative wie auch für die Stadt steht fest: Der Tag des offenen Heizungskellers soll kein einmaliges Ereignis bleiben. Der nächste Heizungskellertag wird voraussichtlich für 2026 geplant.